{"id":306,"date":"2022-09-22T12:48:42","date_gmt":"2022-09-22T10:48:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/?page_id=306"},"modified":"2022-09-22T12:48:42","modified_gmt":"2022-09-22T10:48:42","slug":"14-02-2011-lausitzer-rundschau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/index.php\/14-02-2011-lausitzer-rundschau\/","title":{"rendered":"14.02.2011 &#8211; Lausitzer Rundschau"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Innungslade ist jetzt ein Museumsst\u00fcck<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>200 Jahre Kirchhainer Gerbergeschichte als Dauerleihgabe an die Stadt \u00fcbergeben \/ Platzeck war Ehrengast<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Doberlug-Kirchhain<\/em> \u201eIch habe schon immer ein gewisses Fingerspitzengef\u00fchl bewiesen\u201c, kommentierte B\u00fcrgermeister Bodo Broszinski (FDP) am Samstagmittag vor dem Rathaus, dass sich schon nach wenigen Sekunden die Innungslade der Kirchhainer Gerber \u00f6ffnen lie\u00df. Mit zwei Schl\u00fcsseln und ein bisschen Geschick gelangt man an die 200-j\u00e4hrige Gerbergeschichte der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"525\" height=\"396\" src=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_14022011.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-261\" srcset=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_14022011.jpg 525w, https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_14022011-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption>200 Jahre Gerberinnung \u2013 Hans-Georg-Procopius (r.) \u00fcbergibt die Schl\u00fcssel f\u00fcr die Innungslade an B\u00fcrgermeister Bodo Broszinski. Fotos: Heike Lehmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hans-Georg Procopius, letzter Obermeister der Berufsgruppe der Gerber in den Jahren von 1985 bis 1990, hatte die Schl\u00fcssel feierlich an das Stadtoberhaupt \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 12. Februar vor 200 Jahren stellten die Kirchhainer den Antrag auf eine eigene Gerber innung. Das war den verbliebenen zehn Traditionshandwerkern Anlass, sich auf den Tag genau w\u00fcrdig von ihren Dokumenten zu trennen. Selbst Ministerpr\u00e4sident Matthias Platzeck (SPD) reiste aus Potsdam an, um diesem symbolischen Akt beizuwohnen. \u00dcberrascht streifte er die wei\u00dfen Glac\u00e9 lederhandschuhe \u00fcber, die ihm der B\u00fcrgermeister zur Begr\u00fc\u00dfung schenkte. \u00bbIch bin gern der Einladung gefolgt\u00ab, erkl\u00e4rte er den Gerbern und neugierigen Einwohnern vor dem Rathaus. \u00bbMein erster Schwiegervater war ein Gerbermeister in Weida\u00ab, f\u00fcgte er an. Er habe Respekt davor, wie die Kirchhainer mit ihrer Geschichte umgehen, auch wenn es ein bisschen traurig sei, dass es nur noch wenige Gerber in der Stadt gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis 1990 hielten sich neben der volkseigenen Lederfabrik 14 private Gerbereien in Kirchhain. Da es aber seitdem keinen Obermeister mehr gibt, habe man sich entschlossen, das gute St\u00fcck der Stadt als Dauerleihgabe f\u00fcrs Wei\u00dfgerbermuseum zu \u00fcberlassen, erkl\u00e4rte Manfred Oettrich, neben Arno Wolf und Paul E. H\u00f6ppner einer der drei letzten aus\u00fcbenden Gerbermeister in Doberlug-Kirchhain. \u00bbIch f\u00fchle mich damit nicht als Obermeister oder Gerbermeister\u00ab, stellte Broszinski klar. \u00bbAber als Kind dieser Stadt nehme ich die Lade gern in Verwahrung.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ritual der \u00dcbergabe ist seit Generationen unver\u00e4ndert. Die j\u00fcngsten Meister m\u00fcssen sie \u00fcbergeben. Eine Aufgabe f\u00fcr Manfred Oettrich (45) und Harald Schilling (56). Schilling hatte die Gerberei wie viele andere mit der Wende an den Nagel geh\u00e4ngt. Bis zur Technischen Ausstellung des Wei\u00dfgerbermuseums teilten sich Oett rich und H\u00f6ppner die Aktenlast.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDie Lade war das Verm\u00e4chtnis der Innung, eine Zeit lang auch die Kasse. Was nicht gleich jeder erfahren sollte, wurde darin aufbewahrt, auch Petschaft und Siegel\u00ab, erz\u00e4hlte Procopius. Die Lade selbst k\u00f6nnte \u00bbzwischen 1811 und der ersten Eintragung im ersten Handwerksbuch von 1824 angeschafft\u00ab worden sein, vermutet Procopius, der die Kirchhainer Gerbergeschichte in einer Brosch\u00fcre ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der s\u00e4chsische K\u00f6nig lehnte seinerzeit das Kirchhainer Ansinnen ab. Das 1811 ausgearbeitete Statut liegt im Brandenburgischen Landesarchiv in Potsdam. \u00dcberdauert hat aber die Gemeinschaft der Gerber. J\u00e4hrliche Ausfl\u00fcge gibt es bis heute noch. P\u00f6kelrinderbrust mit Meerrettich, das traditionelle Mittagessen zur \u00dcbergabe der Lade, gab es am Samstag im Museum vielleicht zum letzten Mal.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"456\" height=\"550\" src=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_14022011-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-262\" srcset=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_14022011-2.jpg 456w, https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_14022011-2-249x300.jpg 249w\" sizes=\"auto, (max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><figcaption>Petschaft und Siegel der Kirchhainer Gerber.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Heike Lehmann<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-background\" href=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/index.php\/artikel-aus-der-presse\/\" style=\"background-color:#a35235\">zur\u00fcck<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innungslade ist jetzt ein Museumsst\u00fcck 200 Jahre Kirchhainer Gerbergeschichte als Dauerleihgabe an die Stadt \u00fcbergeben \/ Platzeck war Ehrengast Doberlug-Kirchhain \u201eIch habe schon immer ein gewisses Fingerspitzengef\u00fchl bewiesen\u201c, kommentierte B\u00fcrgermeister Bodo Broszinski (FDP) am Samstagmittag vor dem Rathaus, dass sich schon nach wenigen Sekunden die Innungslade der Kirchhainer Gerber \u00f6ffnen lie\u00df. 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