{"id":360,"date":"2022-09-22T15:00:12","date_gmt":"2022-09-22T13:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/?page_id=360"},"modified":"2022-09-22T15:00:12","modified_gmt":"2022-09-22T13:00:12","slug":"26-05-2007-lausitzer-rundschau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/index.php\/26-05-2007-lausitzer-rundschau\/","title":{"rendered":"26.05.2007 &#8211; Lausitzer Rundschau"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Auf den Spuren der Gerber im Stadtteil Kirchhain<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Felle nicht weggeschwommen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doberlug-Kirchhain. Zur 10. Tour aus dem Rad- und Wanderkalender, einer Tour auf den Spuren des Gerberhandwerks, konnte Elfriede Biskupski 28 Wanderfreunde aus nah und fern begr\u00fc\u00dfen. \u201eWir werden heute eine F\u00fchrung durch das Wei\u00dfgerbermuseum mit Dr. Andreas Hanslok erleben, anschlie\u00dfend wird der Gerbermeister Manfred Oettrich bei einem Stadtrundgang einige alte Gerbereien vorstellen und nach dem Mittagessen steht die Besichtigung der Technischen Ausstellung auf dem Plan. Zum Abschluss wird Manfred Oettrich noch seine neue Gerberei vorstellen\u201c, so die Mitorganisatorin der Rad- und Wandertouren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"280\" src=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_26052007.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-265\" srcset=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_26052007.jpg 420w, https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/presse_26052007-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><figcaption>Beim anschlie\u00dfenden Stadtrundgang mit Gerbermeister Manfred Oettrich.Im Wei\u00dfgerbermuseum erl\u00e4utert dessen Leiter, Dr. Andreas Hanslok, die Geschichte des Gerberhandwerks. Foto: B. Balzer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Anfang des vorigen Jahrhunderts gab es in Kirchhain 100 Gerbereibetriebe, 80 Meister und 600 Gesellen. Bei 3000 Einwohnern, die Kirchhain damals hatte, war also fast jede zweite Familie direkt oder indirekt mit der Lederherstellung besch\u00e4ftigt.<br>Dr. Andreas Hanslok nannte die zwei wesentlichen Gr\u00fcnde, warum sich dieses Handwerk hier so entwickeln konnte: wegen der schlechten Bodenqualit\u00e4t mussten sich die Bauern auch Schafe halten und die Kleine Elster f\u00fchrte ein sehr sauberes, weiches, eisenfreies Wasser, was sich f\u00fcr die Wei\u00dfgerbung eignete.<br>Dann f\u00fchrte er die G\u00e4ste des Wandertages durch das 1753 erbaute und bis 1947 als Gerberwerkstatt dienende Geb\u00e4ude. Die G\u00e4ste erfuhren den Werdegang vom Waschen der gesalzenen Felle, der Schmutzentfernung in der Wolle durch Klopfen, der Enthaarung der Haut, der Beseitigung des Fettgewebes, dem Eschern der Bl\u00f6\u00dfen und der Beizung \u00fcber den eigentlichen Gerbvorgang im Gerbbottich mit Kochsalz, Alaun, Wasser und ggf. Weizenmehl und Eier bis zur Trocknung, der Zurichtung der Borke und dem Stollen.<br>\u201eDie F\u00fchrung war sehr unterhaltsam, und eine F\u00fchrung ist immer besser, als wenn man allein durch die Ausstellung geht. Man erf\u00e4hrt mehr, besonders die sch\u00f6nen, lustigen Geschichten am Rande der Historie\u201c, freut sich Yvonne Faltin aus Doberlug. Auch G\u00fcnther Buchelt aus Finsterwalde ist voll des Lobes: \u201eDie F\u00fchrung war nicht so hochtrabend und trocken, sondern mit dem Lausitzer Witz untermalt. Und so einen Museumsbesuch und so eine Stadtwanderung wollte ich schon immer mal wieder machen.\u201c<br>\u201eIch bin zum ersten Mal im Museum und muss sagen: sehr sch\u00f6n, sehr interessant\u201c, ist Maria D\u00f6rnbrack aus Wahrenbr\u00fcck \u00fcberrascht. \u201eUns interessiert die alte Handwerkskunst der Gerberei und die Lederherstellung, wie es damals war, und wir m\u00f6chten erfahren, warum sich der Manfred Oettrich besonnen hat, den Beruf seiner Vorfahren wieder auszu\u00fcben\u201c, m\u00f6chten Karin und Klaus Gebauer aus Crinitz wissen.<br>Gleich nach dem Verlassen des Wei\u00dfgerbermuseums in Richtung Markt machen die Wanderer am Geb\u00e4ude der Maschinenbaufirma Zaak Station. \u201eHier wurden fr\u00fcher Kessel f\u00fcr die Gerbereien hergestellt, bevor es zu DDR-Zeiten eine Staplerwerkstatt f\u00fcr den Obst und Gem\u00fcsehandel wurde\u201c, wei\u00df Manfred Oettrich zu berichten. Daneben steht das Haus des Fellh\u00e4ndlers Rompe und ein St\u00fcckchen weiter die Gerberei Fl\u00e4ming, wo auch der Vater von Manfred Oettrich gelernt hatte. Am Markt dann die ehemalige Gerberei Teichler, wo auch das B\u00fcro der Innung war. Alle Teilnehmer der Stadtf\u00fchrung sp\u00fcren, hier strahlt fast jedes Haus Gerbertradition aus.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bernd Balzer<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-background\" href=\"https:\/\/gerberei-oettrich.de\/gerberei\/index.php\/artikel-aus-der-presse\/\" style=\"background-color:#a35235\">zur\u00fcck<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den Spuren der Gerber im Stadtteil Kirchhain Felle nicht weggeschwommen Doberlug-Kirchhain. Zur 10. 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